[23] Jedenfalls glaubt er, dass die Verstorbenen im Totenreich glücklicher seien, als sie während ihres irdischen Lebens waren, denn dort gehe es gerecht zu. Die Liebe übrigens, so äußerte sich Sokrates einmal, sei das einzige, wovon er etwas verstehe. Ich weiß nämlich ganz genau, daß ich nicht weise bin, weder viel noch wenig. Jahrhundert v. Chr. Jahrhundert v. Chr. Um nachzuvollziehen, wie der Prozess des Sokrates 399 vor Christus in Athen ablief, ist die naheliegende Quelle die „Apologie des Sokrates“, die Platon einige Jahre nach dem Prozess – wann genau ist nicht bekannt – geschrieben hat. […] Ja, und als er [sein Jugendfreund Chairephon] nun einmal nach Delphi kam, da scheute er sich nicht, das Orakel zu befragen […] – er fragte also, ob wohl jemand weiser sei als ich. Daher war er nach dem Sieg der Demokraten einer der einflussreichsten Politiker. Nach Platons Darstellung rügt Sokrates nach dem Schuldspruch das Schnellverfahren. Mit der Apologie des Sokrates hat Platon zweierlei Ziele errreicht: Zum Einen hat der der Nachwelt ein lebendiges Bild seines Lehrers und dessen damaligen, öffentlichen Ansehens hinterlassen (mit einigen Details aus Sokrates' privaten Leben). Sokrates sei damals den gleichen Beschuldigungen ausgesetzt gewesen wie zu Justins Zeit die Christen, denn man habe ihm vorgeworfen, unfromm zu sein, nicht an die herkömmlichen Götter zu glauben und neue Gottheiten einzuführen.[57]. Die dadurch entstandenen Vorurteile hätten zu einer generellen Voreingenommenheit geführt, gegen die er nun ankämpfen müsse. Es darf bezweifelt werden, dass diese "Verteidigungsstrategie" ihm, dem Angeklagten, geholfen haben könnte; doch Sokrates (bzw. [18], Dann geht Sokrates auf die Frage ein, warum er zwar Privatleuten Ratschläge erteilt, nicht aber vor der Volksversammlung als Redner und Ratgeber der Menge auftritt und gestaltend in die Politik eingreift. Die Apologie des Sokrates ist Sokrates' Verteidigungsrede, verfasst von seinem langjährigen Schüler und "Nachfolger" Platon, der diesem Asebie-Prozess (Prozess wegen Gottlosigkeit) gewiss beigewohnt hat. Die Apologie habe „die Wahrheit des großen Kunstwerkes“. Der Angeklagte kann diesem Antrag einen Gegenantrag entgegenstellen. — Platon: Apologie des Sokrates 21d. [86], Viel Beachtung findet in der Forschung auch das Verhältnis des platonischen Sokrates zu seinem Daimonion und zum Orakelspruch. So zum Beispiel auch die des … Die meisten sind verschollen. Sokrates empfand sein Leben und Wirken als Auftrag des Gottes Apollon und verharrte in der ihm aufgetragenen Stellung auch im Angesicht des Todes, ganz wie einst im Krieg bei Potidaia, Amphipolis und Delion, wie er selbst sagt (28e). — Platon: Apologie des Sokrates 36e/37a. How to be charismatic – backed by science; Sept. 22, 2020. Inv. Der Dialog Kriton schließt inhaltlich an die Apologie des Sokrates an und dokumentiert das Gespräch zwischen dem zum Tode verurteilten Philosophen Sokrates und dessen wohlhabendem Freund und Schüler Kriton, welcher ihn in seiner Zelle aufsucht. Der Kern seiner Erkenntnislehre bildete die Frage nach dem Guten und der Tugend, die zur Glückseligkeit führen sollen. tätige Geschichtsschreiber und Rhetoriklehrer Dionysios von Halikarnassos bemängelte Praxisferne: Das Werk habe mit der Realität des Auftretens vor Gericht nichts zu tun, sondern diene einem anderen Zweck, es sei weder ein Dialog noch eine Rede. Die platonische «Apologie» besteht aus drei Reden des Sokrates. Die drei Siebe des Sokrates. Platon-Des Sokrates Verteidigung . [27] Indem Sokrates darlegt, dass weder die drohende Hinrichtung noch eine Geldstrafe für ihn ein wirkliches Übel sei, gibt er zu verstehen, dass er keine Strafe ernst nimmt; dies kann als Missachtung des Justizsystems und des Gerichts gedeutet werden. Dann hat sich das Gericht in einer zweiten Abstimmung für einen der beiden Strafanträge zu entscheiden; es darf nicht von sich aus eine andere Strafe festlegen. Sept. 24, 2020. Die Verteidigungsrede I. Einleitung 1. Eine scharfe, fundamentale Kritik des politisch missliebigen Angeklagten an der athenischen Demokratie muss die demokratisch gesinnten Richter erzürnen. — Platon: Apologie des Sokrates 39b. 13291. Die drei Dialoge kreisen um ein Thema: den Prozess gegen Sokrates und dessen Tod. [46] Andreas Patzer meint sogar, die Apologie sei „jenes Werk, in dem Platon das Philosophieren des Sokrates in reinster Form dargestellt hat“; die Rede sei zwar fiktional, aber der philosophische Gehalt authentisch: „Wenn irgendwo, so erfahren wir hier, wie Sokrates in Wirklichkeit dachte“.[47]. Seine Art zu leben ist das größte Gut für den Menschen. Xenophon beendet die mit einer Zusammenfassung der Haltung des Sokrates vor den Richtern, an die sich ein kurzes Lob des Meisters anschließt, das die Absicht der Schrift vollständig erkennen lässt: An Sokrates zu erinnern und diesen enkomiastisch zu ehren (32–34). Wer Gefahren unbedingt entgehen wolle, der finde dafür vor Gericht ebenso wie im Krieg Mittel und Wege. Die Zeitknappheit habe ihm keine angemessene Darlegung seiner Argumente gestattet und dieser Umstand habe entscheidend zur Verurteilung beigetragen. So argumentieren beispielsweise Gregory Vlastos, Holger Thesleff und Luc Brisson. Womit sie sich dem gefährlichen Verdacht aussetzten, die Götter zu verleugnen. Allerdings nimmt er die erstgenannte Alternative nicht wirklich ernst; er gibt zu verstehen, dass er nur die zweite für realistisch hält. [91], Kritische Ausgaben, teilweise mit Übersetzung, Übersetzungen, teilweise mit unkritischen Ausgaben, Verteidigung gegen alte Gerüchte und Vorurteile, Literarische und philosophische Bewertungen. Platon) für angebracht, dem Gericht eine Kostprobe seiner Art der Gesprächsführung und Argumentation zu verabreichen. Durch die Nutzung von bücher.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzrichtlinie zu. Der zweite Vorwurf macht Sokrates zum Erz-Sophisten, zum sprachgewandten Wortverdreher, der – meist für bares Geld – die argumentativ schwächere Rede zur überlegenen machen kann; d.h.: die geschickte Rhetorik triumphiert letzlich über "Tatsachen", wodurch letztlich alles in Frage gestellt werden kann. Sokrates wurde beschuldigt, er sei ein radikaler Gegner der demokratischen Ordnung in Athen. Unter anderem spricht Sokrates darüber, wie ein Staat seine wirtschaftliche Grundlage gesund erhalten kann und in diesem Zusammenhang weist er darauf hin, daß die allgemeine vegetarische Ernährung notwendig ist. Die „Tendenzwidrigkeit“ der Information macht sie glaubwürdig. Jh. Er billigte dieses Verhalten in Anbetracht der damals gegebenen Umstände. [90] Ihr stellte Thomas Schirren die gegenteilige Deutung entgegen: Nicht das Biographische – also ein bestimmtes Leben und die Eigenart des Individuums Sokrates – sei in der Apologie das Wesentliche, sondern das ethische Programm und die Darstellung einer philosophischen Lebensform, deren Realisierbarkeit anhand des Beispiels Sokrates bewiesen werden solle. In den 1780er Jahren begann der französische Künstler Jacques-Louis David mit der Realisierung von Werken, die ein Interesse an klassischen Motiven und strenger Ästhetik aufwiesen. Im Mittelalter war die Apologie der lateinischsprachigen Gelehrtenwelt des Westens nicht zugänglich. 1749 übersetzte Denis Diderot die Apologie ins Französische, als er im Staatsgefängnis von Vincennes inhaftiert war. Jahrhundert der in Spanien tätige jüdische Philosoph und Dichter Jehuda ha-Levi eine Übersetzung oder zumindest Zusammenfassung gekannt zu haben. Hand in Hand mit den radikalen Demagogen der attischen Politik waren die Sophisten in der zweiten Hälfte des 5. Und so wandte sich Sokrates an Politiker, Dichter, Handwerker und viele andere – immer im Bestreben den Orakelspruch des Apollon zu widerlegen. Er weiß nicht, was ihm nach seinem Tode geschehen wird, ob ihm ein Zustand der Empfindungslosigkeit wie in traumlosem Schlaf bevorsteht oder eine jenseitige Fortsetzung seiner philosophischen Tätigkeit und Begegnungen mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten, die vor ihm gestorben sind. [22], Abschließend geht Sokrates auf das Fortleben nach dem Tode und das Schicksal der Seelen der Verstorbenen ein. Sie hätten vor seiner rhetorischen Überredungs- und Täuschungskunst gewarnt, doch setze er in Wirklichkeit keine rednerischen Kunstmittel ein, sondern werde nur auf seine gewohnte Weise in schlichten Worten die ganze Wahrheit vortragen. Wer unter keinen Umständen bereit sei, etwas Unrechtes zu tun, der müsse sich sowohl in einer Demokratie als auch in einer Oligarchie den jeweils maßgeblichen Kräften widersetzen und könne damit nur scheitern. Die zweite erfolgt nach dem Schuldspruch der Richter und enthält den nach der athenischen Prozessordnung vorgesehenen Gegenan- Sie gilt als klassische Darstellung der Bewährung philosophischer Lebenspraxis in einer Krisensituation. Jahrhundert schlossen sich John Burnet und Alfred Edward Taylor dieser Sichtweise an; sie nahmen an, dass die veröffentlichte Rede hinsichtlich der wesentlichen Fakten mit der historischen übereinstimmt. Jahrhunderts für viele Athener zum Ärgernis geworden. Und hieraus könnt ihr ersehen, daß es ebenso auch mit allem übrigen steht, was die Leute von mir sagen. In der zweiten, nach dem Schuldspruch gehaltenen Rede befasst er sich mit dem Strafmaß, dessen Festsetzung nun ansteht. [70] Die Gegenposition, wonach es sich um einen fiktionalen Text handelt, der nicht einmal annäherungsweise die wirkliche Verteidigungsrede des Philosophen wiedergibt, vertrat Martin Schanz 1893 in seiner kommentierten Ausgabe der Apologie. [72] Seither gilt der fiktionale Charakter von Platons Werk als gesicherte Tatsache. Dem Tod könne man leicht entrinnen, wenn man dabei vor nichts zurückscheue; weit schwerer sei es, der Schlechtigkeit zu entkommen. Inhaltlich versucht er nicht die Sympathie und Gunst der Richter zu gewinnen, sondern verärgert sie mit provozierenden Aussagen. Andere sind hinsichtlich der Verwertbarkeit von Platons Angaben optimistischer. Wann immer sich auf dem Marktplatz von Athen eine Menschenmenge bildet, ist die Chance groß, dass in ihrer Mitte ein bärtiger Mann mit zerfurchter Stirn zu finden ist. Ihm ist es wichtig, sich auch in dieser außerordentlich prekären Situation unverfälscht zu präsentieren – und geht damit bewusst das Risiko ein, auf das Gericht so überheblich, herausfordernd und besserwisserisch wie immer zu wirken. In der Geschichte der Philosophie hat niemand einen solchen Einfluss gehabt wie er. Das Trinkgelage. So ist die Apologie zugleich eine Abrechnung mit den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen und eine Aufforderung zum philosophischen Leben (Protreptikos) nach dem Vorbild des Sokrates. Darauf habe die Pythia, die weissagende Priesterin, geantwortet, dies sei nicht der Fall. Seine starre Haltung, die er (freilich) auch gegenüber seinen Richtern nicht ablegt, dürfte ihm allerdings wenig Sympathiepunkte eingebracht haben. Ethische Gründe zur Flucht 3.3. [64] Voltaire verglich Diderot, der wie einst Sokrates des Atheismus beschuldigt wurde, mit dem antiken Philosophen und nannte ihn „Sokrates“. Vielmehr war sie das Resultat einer Folgerung, die der Philosoph aus dem Orakelspruch und verschiedenen mutmaßlichen Anzeichen des göttlichen Willens zog. v. Chr. [54] Seneca der Ältere überliefert das Urteil des Redners Cassius Severus, der meinte, die Rede sei weder eines Anwalts noch eines Angeklagten würdig. Referat Die Apologie des Sokrates Von Platon Inhalt: Das vorliegende Werk beinhaltet die Verteidigungsrede Sokrates vor den Männern Athens. [41] Radikal drückt Olof Gigon die skeptische Sichtweise aus: „Die sokratische Literatur ist nicht geschichtliche Biographie, sondern Dichtung […] Auf der andern Seite steht die historische Person des Sokrates, die wir niemals wirklich kennen werden, […]“. Er glaubt, ein gesichertes Wissen über die wichtigsten Themenbereiche wie das Gute und die Gerechtigkeit sei dem Menschen grundsätzlich unerreichbar. Sein Ziel ist es, Sokrates' Leben zu retten, indem er ihm zur Flucht aus dem Gefängnis verhilft. eingeführt wurde, bildet die Apologie zusammen mit den Dialogen Euthyphron, Kriton und Phaidon die erste Tetralogie (Vierergruppe). Der Tod des Sokrates: Das Gemälde. Damit hätten sie deren Zorn erregt, der sich dann gegen ihn, Sokrates, gerichtet habe. Dabei ging es insbesondere um den Vorwurf der Arroganz, den offenbar das selbstbewusste Auftreten des historischen Sokrates vor Gericht ausgelöst hatte. [65] 1790 veröffentlichte Matthias Claudius seine deutsche Übersetzung der Apologie.[66]. Im Exil anders leben und sich ruhig verhalten könne er nicht. In seinem Gegenantrag gibt sich Sokrates so kämpferisch wie bisher: Wenn ich also etwas Angemessenes beantragen soll, wie es recht und billig ist, dann beantrage ich dies: einen Freitisch im Prytaneion. Bekannte Komödienschreiber – hier ist wohl vorallem Aristophanes mit seiner Komödie Die Wolken gemeint – und (namentlich) Unbekannte haben mit Unwahrheiten Stimmung gegen ihn gemacht: … da sei ein gewisser Sokrates, ein weiser Mann, der über die Himmelserscheinungen nachdenke und alles Unterirdische erforsche und die schwächere Rede zur stärken mache. Es werden andere an Sokrates' Stelle treten, jüngere und hartnäckigere Mahner und Ermahner. Die zweite erfolgt nach dem Schuldspruch der Richter und enthält den nach der athenischen Prozessordnung vorgesehenen Gegenan­ Nach ihrer Wiederentdeckung im Zeitalter des Renaissance-Humanismus gehörte die Apologie zu den geschätzten Schriften Platons. Einleitung 2.0. Sokrates ist aufgrund seiner gottgewollten Lebensführung und Weisheit der Wohltäter des Staates. Dagegen wendet er ein, dass die Gefährlichkeit eines Vorhabens kein Entscheidungskriterium sein dürfe. Ebenso besteht ein Gegensatz zwischen der sokratischen Erkenntnis der eigenen Unwissenheit („Ich weiß, dass ich nichts weiß“) und der Vorstellung eines aus göttlicher Quelle stammenden und daher gesicherten Wissens. Seine Lehren über die Quellen und die Wertung des Wissens haben idealistischen Charakter, enthalten aber auch einen humanistischen Erziehungscharakter. Dieses kompetenzorientierte Lektüreheft präsentiert den ersten Teil von Platons Apologie des Sokrates (17a bis 26e, zum Teil auch zweisprachig). Seinen Anreiz dazu fand Sokrates erstmals auf der Inschrift des Orakels zu Delphi, die lautet: "Erkenne dich selbst!". Das wäre freilich keine Strafe, sondern eine Auszeichnung gewesen: Im Amtsgebäude der Ratsherrn, der Prytanen, durften ansonsten nur Ehrengäste wie z. [52], Der Stoiker Epiktet war der Ansicht, Sokrates habe die Richter bewusst provoziert. [20], Eine Geldbuße zieht Sokrates jedoch in Betracht, denn den Verlust von Geld hält er nicht für einen Schaden; aus seiner Sicht ist das keine wirkliche Strafe. Die platonische «Apologie» besteht aus drei Reden des Sokrates. [76] In diesem Sinne äußerte sich auch Rafael Ferber. Auch als literarische Schöpfung wird die Apologie sehr geschätzt, sie zählt zur Weltliteratur. Seine Absicht war, sowohl Sokrates zu verherrlichen als auch die Prinzipienlosigkeit der politischen und juristischen Redner in Athen bloßzustellen. Wenn er nur unter der Bedingung, seine philosophische Betätigung aufzugeben, freigesprochen würde, würde er diese Auflage missachten und weiterhin öffentlich diskutieren. Dennoch ist die Apologie als Quelle für den Prozess nicht generell diskreditiert; viele Detailinformationen, gegen die keine konkreten Verdachtsmomente vorliegen, dürften stimmen. In seiner Verteidigungsrede – Platon: Apologie des Sokrates – geht Sokrates gleich zu Beginn auf das Zerrbild, das die Öffentlichkeit seiner Meinung nach von ihm hat, und dessen Ursachen ein. Platon) ging es eben darum, vor Gericht nicht anders zu erscheinen als er eben wahrhaftig war. Nach athenischem Recht wird nach der Feststellung der Schuld eines Angeklagten das Strafmaß festgesetzt. (vgl. Dergleichen also, ihr Athener, dürfen weder wir tun, die wir dafür gelten, auch nur irgend etwas zu sein, noch auch, wenn wir es täten, dürft ihr es dulden: sondern eben dies müßt ihr zeigen, daß ihr weit eher den verurteilt, der euch solche Trauerspiele vorführt und die Stadt lächerlich macht, als … Zusammenfassung. Vielmehr komme es nur darauf an, ob man recht oder unrecht handle. Dieses Rech… 4. P.Berol. Wer – wie Sokrates seinen Anklägern zumindest unterstellt – eine wortgewaltige Flammenrede mit allen (schon damals üblichen) Finessen erwartet, wird enttäuscht. Ein großes Übel sei es hingegen, ein widerrechtliches Todesurteil gegen einen anderen anzustreben. Die Diskussion dieser Thematik ist Teil der allgemeinen Debatte darüber, mit welcher Zuverlässigkeit das Leben und die Philosophie des historischen Sokrates aus den überlieferten Berichten rekonstruiert werden können. Die Apologie hat das Sokratesbild der Nachwelt bis in die Gegenwart maßgeblich mitgeprägt. Die starke Nachwirkung verdankt das Werk sowohl seinem philosophischen Gehalt als auch seiner literarischen Form. Seinen Anreiz dazu fand Sokrates erstmals auf der Inschrift des Orakels zu Delphi, die lautet: "Erkenne dich selbst!". 2) „Der vorliegende Text enthält die Verteidigungsrede ( Apologie) des Philosophen Sokrates, der seitens Meletos angeklagt wird in Athen andere Götter einführen zu wollen und durch seine Dialoge die Jugend verderbe.“ 2) „Nihm mirs nicht übel, lieber Blaarer, daß ich deine Apologie … Aus seiner Reaktionsweise wird aber deutlich, dass er über das, was für die Jugend nützlich oder schädlich ist, keine durchdachten Vorstellungen hat. Die Rede gliedert sich dem Verhandlungsverlauf entsprechend in drei Teile: dem eigentlichen Plädoyer, dem Strafantrag nach dem Schuldspruch und schließlich den Abschiedsworten nach Verkündigung der Todesstrafe. [78], Aus literarhistorischer Sicht pflegt die Apologie als Meisterwerk der Weltliteratur eingestuft zu werden. — Platon: Apologie des Sokrates 24b / Xenophon: — Platon: Apologie des Sokrates 18b [Ü: Manfred Fuhrmann], [die Priesterin, die das Orakel verkündete]. Die alte verkehrte Meinung: Sokrates, der übermenschliche Weise Rufen wir uns also zurück von Anfang her, was für eine Anschuldigung es ist, aus welcher mein übler Ruf … Es ist die Krise der traditionellen Sittlichkeit, die in der Zeit des Peloponnesischen Krieges offenbar wird. Dabei stehen gemäßigt historizistische Positionen antihistorizistischen gegenüber. (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({}); Home | Suche | Kontakt | Über stefan.cc | Powered by: www.loxias.cc. [60] Spätestens im 11. [40] Skeptiker weisen auf die kunstvolle Ausformung des Werks hin, die für sorgfältige Ausarbeitung während eines längeren Zeitraums spricht. Unrecht ist weder zu tun noch zu vergelten 3.7. Allerdings hätten sie dabei überhaupt nichts Wahres vorgebracht. [33] Mit der Frühdatierung verbinden manche Altertumswissenschaftler die Hypothese einer wirklichkeitsnahen Darstellung. Teils wird die Ironie als bloße Spielerei, teils als von der Situation und den Anliegen des Autors geforderte Doppelbödigkeit interpretiert. Xenophon beendet die mit einer Zusammenfassung der Haltung des Sokrates vor den Richtern, an die sich ein kurzes Lob des Lektüreheft zur Apologie - kompetenzorientiert.